Klassentreffen – Spotkanie Klasowe

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Die Darstellerinnen des Films Klassentreffen sind Frauen aus Polen, Israel und Österreich. Sie erzählen ihre Lebensgeschichten. Gleich wo die Frauen heute leben, die Erinnerung führt sie zurück nach Lodz, den Ort, der ihre Lebenswege geprägt und bestimmt hat. Zwei Darstellerinnen sind in Wien geboren und zur Schule gegangen. 1941 wurden sie aus Wien nach Lodz in das Ghetto Litzmannstadt verschleppt. Die übrigen Darstellerinnen wurden in Lodz geboren und besuchten dort die Schule.

Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden die Schulen in Lodz sowohl vom Staat als auch von Privaten geführt. Die meisten Grundschulen wurden vom Staat verwaltet. Staatlich geführte Gymnasien und Lyzeen gab es nur wenige. Private Träger führten Grundschulen, Gymnasien und Lyzeen.

Neben einigen Polnischen Reichsgymnasien, gab es das Deutsche Gymnasium (getrennt für Knaben und Mädchen) das Jüdische Gymnasium sowie mehrere private Gymnasien und Lyzeen. Viele dieser Schulen wurden von Kindern und Jugendlichen aus polnischsprachigen, jüdischen und deutschsprachigen Familien gemeinsam besucht. Die Gymnasien wurden in der Regel nicht koedukativ geführt.

klassentreffen_Ehemalige Schülerinnen und Schüler, die vor dem Zweiten Weltkrieg in Lodz ein Gymnasium oder Lyzeum besucht haben, treffen sich bis heute zu Klassentreffen. Beispielsweise treffen sich in Lodz ehemalige Schülerinnen des Helena Miklaszewska-Lyzeums oder in Heidelberg Schüler und Schülerinnen des ehemaligen Lodzer Deutschen Gymnasiums. Vor 1939 gestalteten diese Schülerinnen und Schüler das Zusammleben der drei in Lodz vertretenen Ethnien in ihrem Schulalltag selbst mit. 1939 schloss die nazi-deutsche Besetzungsmacht alle polnischen Schulen. Die Schülerinnen und Schüler mussten die Schicksale der jeweiligen ethnischen Gruppe teilen, der sie angehörten. Nach 1945 lebten viele der ehemaligen Schülerinnen und Schüler nicht mehr in Lodz. Der Zweite Weltkrieg verschlug diese Menschen nach Deutschland, Frankreich, Israel, Kanada, Österreich, Schweden, in die USA und in andere Länder.

Wir suchen und besuchen Frauen, die vor 1939 in Lodz zur Schule gingen und sprechen mit Ihnen über ihre Schulzeit vor dem Zweiten Weltkrieg in Lodz. Diese Gespräche filmen wir und gestalten daraus einen ca. 60 minütigen Dokumentarfilm. Die Frauen sprechen über das Leben in der Stadt Lodz, in deren Straßen, Schulen, Geschäften, Ämtern, Kaffeehäusern und Straßenbahnen bis 1939 polnisch, deutsch, jiddisch und russisch gesprochen wurde. Die Veränderung der Sprache des öffentlichen Lebens in Lodz ab 1939 verweist auf die politischen Einschnitte, die Lodz erlitten hat. Einschnitte, die auch den Lebenslauf der ehemaligen Lodzer Schülerinnen prägten.

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DSCN0952_mehrdamenamtischDie für „Klassentreffen“ interviewten Frauen leben in Polen und anderen Staaten Europas. Das Projekt ruft Erinnerungen der Interviewten an die gemeinsame Schul- und Lebenszeit in Lodz wach und trägt dazu bei, die Beziehungen unter den jetzt weit verstreut lebenden ehemaligen Schülerinnen bzw. deren Nachfahren zu beleben. Die Erinnerungen an den Schulalltag spiegeln Gemeinsamkeiten und Konflikte des interkulturellen Zusammenlebens der damaligen Lodzer Gesellschaft wider. Die Interviews zeigen nicht nur, was die ehemaligen Schülerinnen damals getan haben, sondern auch, was sie über das interkulturelle Zusammenleben gedacht haben, wie ihre lebensbestimmenden Entscheidungen zustande kamen und wie sie das Thema Interkulturalität heute bewerten. Der Dokumentarfilm kann dazu beitragen, Leute aus Polen, Deutschland und Österreich neu miteinander ins Gespräch zu bringen, damit sie einander besser verstehen und akzeptieren können. Wenn die Diskussion über die europäische Geschichte fortgesetzt und die Erinnerung an Europas Vergangenheit grenzüberschreitend bewahrt wird – und dazu trägt unser Projekt bei – fördert dies das zukünftige Zusammenleben in Europa.

Das Projekt wird von einer österreichischen und einer polnischen Partnerinstitution gemeinsam durchgeführt und gibt somit Gelegenheit, den interkulturellen Dialog zwischen Polnischsprachigen und Deutschsprachigen zu fördern. Dieser Dialog kann bereichert werden, wenn beide Seiten lernen, auch über ihre individuellen Schicksale und die Konflikte der Vergangenheit offen zu reden.

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